Vittorio Hösle

Platonismus und Darwinismus

aus dem Englischen von Julia Noack

 

Kleine Schriftenreihe des F.I.P.S. N° 6 | Freiburg 2001 | 36 Seiten | ISBN 3-930-369-16-8 | EUR 5,50

 bestellen  >>

 

Betrachtungen zu Platonismus und Darwinismus scheinen eigentlich nur ein einziges Ergebnis haben zu können - die Einsicht in die vollständige Imkompatibilität der beiden, die zu der endgültigen Widerlegung des ersteren durch den letzteren führt.

Ziel der hier vorgestellten Überlegungen ist es, diesen Gegensatz in Frage zu stellen und zu zeigen, daß es logisch möglich und sogar weise ist, sowohl Darwinist als auch Platoniker zu sein.


Der Philosoph Viittorio Hösle legt dar, in welcher Weise Lebewesen mit den Ideen des Wahren, des Guten und des Schönen verbunden sind. Die Anerkennung der Darwin`schen Evolution der Arten schien einen der Grundpfeiler des Platonismus zerstört zu haben, denn Betrachtungen zu Platonismus und Darwinismus konnten nach Darwin anscheinende nur zu einem einzelnen Ergebnis führen; zu der endgültigen Widerlegung des Platonismus durch den Darwinismus. Vittorio Hösle kann zeigen, daß der Darwinismus nichts enthält, was eine platonische Haltung hinsichtlich der Ideen des Wahren, des Guten und des Schönen widerlegen würde. In Darwins Lehre ist wesentlich, daß erstens Tiere ihre Partner auswählen und daß zweitens ästhetische Kriterien bei diesem Prozeß selbst dann eine Rolle spielen, wenn sie den Anforderungen der natürlichen Selektion zuwiderlaufen. Der Darwinismus lehrt, daß es ein erstaunliches Kontinuum zwischen den vormenschlichen Lebewesen und dem Menschen gibt. Vittorio Hösle zeigt, da es möglich ist, die Evolution von Leben als langsam und graduell fortschreitenden Prozeß der Verwirklichung der Ideen des Wahren, des Guten und des Schönen in der materiellen Welt zu interpretieren.