Matthias Weis

Ein Gräberfeld der späten Merowingerzeit bei Stetten a.d. Donau

 

Freiburger Dissertationen N° 6 l Freiburg 1997 l ISBN 3-930369-06-6

Mikrofiche V E R G R I F F E N

 

In der vorliegenden Arbeit werden Befunde und Fundmaterial eines spätmerowingerzeitlichen Bestattungsplatzes bei Stetten, Stadt Mühlheim a.d. Donau, analysiert. Dieser Fundplatz bietet besonders günstige Voraussetzungen für eine Untersuchung, da er in jüngster Zeit annähernd vollständig ergraben wurde. Dies gewährleistet günstige Bedingungen für den Versuch, die Struktur der dort bestattenden Gemeinschaft zu rekonstruieren. Von besonderem Interesse ist in diesem Zusammenhang der Umstand, daß inzwischen auch eine merowingerzeitliche Siedlung auf der Gemarkung ergraben werden konnte. Zunächst werden die Anlage der Gräber und die Bestattungsformen vorgestellt und diskutiert, darauf folgt ein Exkurs zur anthropologischen Bearbeitung. Die Materialanalyse wird getrennt nach Beigaben aus Männergräbern, aus Frauengräbern und nach nicht geschlechts-spezifischen Beigaben durchgeführt. Neben einer chronologischen und chorologischen Analyse der relevanten Fundgruppen können aufgrund der guten Grabungsdokumentation einzelne Objekte, etwa Schildbeschläge, deren Funktion bisher unklar war, eingeordnet werden. Dabei werden auch zeitgenössische Bildquellen zur Dokumentation herangezogen. Im auswertenden Teil werden zunächst die Ergebnisse der Materialanalyse zur relativen und zur absoluten Chronologie zusammengefaßt und diskutiert. Auf dieser Basis wird versucht, den Belegungsgang zu rekonstruieren. Anschließend wird kursorisch die Sozialstruktur der Bestatteten untersucht. Abschließend werden im siedlungsgeschichtlichen Teil die Ergebnisse der archäologischen Analyse neben den Befund der schriftlichen Überlieferung gestellt. Unter Einbeziehung aller bekannten und zu erschließenden Befunde der Stettener Gemarkung und ihrer Nachbargemarkungen wird versucht, ein Bild der frühmittelalterlichen Aufsiedlung der von den Engstellen bei Ludwigstal und zwischen Mühlheim und Fridingen sowie den Albhochflächen begrenzten Siedlungskammer zu gewinnen. Die Materialanalyse wird ergänzt durch einen Beitrag von Dietrich Ankner, der die Damaszierung der Schwerter anhand von Röntgenaufnahmen untersucht hat. Neben dem Katalog der Grabfunde sind der Arbeit eine Liste der Lesefunde, ein Verzeichnis der vorkommenden Perlentypen und eine Liste der bestimmten Tierknochen beigefügt. Im Tafelteil werden neben den Fund- und Grabzeichnungen noch der Gesamtplan des Gräberfeldes und Kartierungen der Verbreitung relevanter Fundgruppen im Original farbig vorgelegt.